Wenn Mitglieder Ihrer Familie einen AncestryDNA-Test durchführen lassen, ist es möglich, dass Sie dabei auf zusätzliche Informationen stoßen, die Sie sonst nicht erhalten hätten. Weitere Informationen zu AncestryDNA-Kits finden Sie unter, Informationen rund um AncestryDNA.
Tests bei Geschwistern
Vollgeschwister
Viele denken, dass die Herkunft von Geschwistern identisch sein muss, da sie ja beide Eltern gemeinsam haben. Tatsächlich haben zwei Vollgeschwister jedoch nur ungefähr die Hälfte der DNA gemeinsam. Aus diesem Grund kann sich die Herkunft von Geschwistern unterscheiden.
Alle Gene, die an Vollgeschwister weitergegeben werden, kommen aus demselben so genannten Genpool (also den Genen beider Eltern). Daher muss die ererbte Herkunftsregion eines Kindes auch bei mindestens einem der Elternteile vorhanden sein. Ein Geschwisterkind kann aber Gene von seinen Eltern erben, die andere Geschwister nicht erben, und so ist es wahrscheinlich, dass Geschwister unterschiedliche Anteile der Herkünfte „abbekommen“. Kinder erben je 50 Prozent ihrer DNA von jedem Elternteil. Wenn sie aber keine eineiigen Zwillinge sind, ist dies nicht immer dieselbe DNA.
Wären die Gene Ihrer Eltern ein Spiel mit 52 Karten, würden Sie von jedem 26 erhalten. Hätten Sie eine jüngere Schwester, würde diese ebenso jeweils 26 Karten erben, von denen (der Wahrscheinlichkeit nach) ungefähr die Hälfte dieselben sein dürften wie die, die Sie erhalten haben. Käme jetzt noch ein Bruder hinzu, hätte dieser ungefähr 13 Karten mit Ihnen und 13 mit Ihrer Schwester gemeinsam – wohl aber nicht dieselben 13. Dieses Muster wird mit jedem Geschwisterteil fortgeführt, der geboren wird.
Ein DNA-Test an Ihren Geschwistern ist hilfreich, wenn mindestens ein Elternteil nicht (mehr) getestet werden kann, um die Herkunft der Eltern zu ermitteln und zu erfahren, wie viel davon an den Bruder oder die Schwester weitervererbt wurde.
Halbgeschwister
Halbgeschwister haben 25 Prozent ihrer DNA gemeinsam. 50 Prozent der DNA jedes Halbgeschwisterteils kommt vom gemeinsamen Elternteil, und jeder hat ungefähr die Hälfte von dieser DNA geerbt.
Ein DNA-Test an einem Halbbruder oder einer Halbschwester kann Ihnen dabei helfen, die Herkunft des nicht gemeinsamen Elternteils zu ermitteln und zu zeigen, welche Herkunftsregion der Halbgeschwisterteil ererbt hat.
Tests bei Eltern und Kindern
Wie Geschwister haben auch Eltern und Kinder jeweils 50 Prozent ihrer DNA gemeinsam. Während die gemeinsame DNA von Vollgeschwistern jeweils zu 25 Prozent von der Mutter und vom Vater stammt, haben ein Elternteil und sein Kind 50 Prozent ihrer DNA gemeinsam.
Wenn Sie Ihr Kind testen lassen, erfahren Sie, welche Herkunftsregion das Kind ererbt hat, und erhalten Hinweise auf die Herkunft und die Verwandtschaftsbeziehungen des zweiten Elternteils (falls diese unbekannt sind).
Wenn Sie einen Elternteil testen lassen, erhalten Sie Hinweise darauf, welche Komponenten Ihrer eigenen Herkunftsregion und welche Ihrer DNA-Matches von welchem Elternteil kommen. Wenn ein Elternteil sich testen lässt, wird in der Liste Ihrer DNA-Matches eine Schaltfläche aktiviert, über die Sie nach denjenigen Matches filtern können, die Sie mit dem jeweiligen Elternteil gemeinsam haben.
Tests bei Tanten, Onkeln, Nichten und Neffen
Mit Ihren biologischen Tanten, Onkeln, Nichten und Neffen haben Sie jeweils ungefähr 25 Prozent DNA gemeinsam. Ihr Onkel oder Ihre Tante hat – unter Geschwistern – 50 Prozent seiner bzw. ihrer DNA mit Ihrem Elternteil gemeinsam und dieser wiederum 50 Prozent davon mit Ihnen. Umgekehrt gilt dasselbe für eine Nichte oder einen Neffen: Mit dessen bzw. deren Elternteil haben Sie 50 Prozent Ihrer DNA gemeinsam, und dieser wiederum 50 Prozent seiner DNA mit seinem Kind.
Wenn eine Tante oder ein Onkel sich testen lässt, hilft Ihnen das bei der Ermittlung, auf welcher Seite der Familie einige Ihrer DNA-Matches einzuordnen sind. Mit der Funktion Gemeinsame Matches auf der Vergleichsseite zwischen Ihnen beiden sehen Sie, welche Matches Ihnen beiden gemeinsam sind. Mit der DNA eines Onkels oder einer Tante könnten Sie auch einige Ihrer entfernteren Matches bestätigen, da Onkel oder Tante mit diesen möglicherweise näher verwandt sind. So erhalten Sie ein vollständigeres Bild der Herkunft Ihrer Großeltern, wenn diese nicht getestet wurden.
Auch ein Test von Nichten oder Neffen könnte Ihnen dabei helfen einzuordnen, von welcher Seite der Familie Ihre gemeinsamen Matches stammen.
Tests bei Großeltern und Enkelkindern
Mit einem Großelternteil oder Enkelkind haben Sie jeweils ungefähr 25 Prozent DNA gemeinsam. Ihr Großelternteil hat 50 Prozent seiner DNA an Ihren Elternteil weitergegeben und dieser wiederum 50 Prozent seiner DNA an Sie. Umgekehrt haben Sie 50 Prozent Ihrer DNA an Ihr Kind weitergegeben und dieses wiederum 50 Prozent seiner DNA an Ihr Enkelkind.
Der Test mit einem Großvater oder einer Großmutter könnte Ihnen helfen, mithilfe der Funktion „Gemeinsame Matches“ einzuordnen, zu welcher Seite der Familie einige Ihrer DNA-Matches gehören. Auch entferntere Matches lassen sich so bestätigen, da Großvater oder Großmutter mit diesen möglicherweise näher verwandt ist als Sie selbst. Die DNA eines Großelternteils kann einen weiter zurückreichenden Einblick in die Herkunft dieses Teils Ihrer Familie gewähren.
Der Test mit einem Enkelkind kann dazu beitragen festzustellen, zu welcher Seite der Familie Ihre gemeinsamen Matches gehören, und Hinweise auf die Herkunftsregion liefern, die Ihr Enkelkind von Ihrer Schwiegertochter oder Ihrem Schwiegersohn geerbt hat.